Caroline & Martin Eine Reise durch Australien August - Oktober 2005
Nach wochenlanger Vorfreude und Reiseplanung konnte es nun endlich losgehen: Am 2. August setzten Martin und ich uns in den Zug und fuhren 6 Stunden lang bis nach Frankfurt/Main. Von hier aus ging es mit der Emirates Airline via Bangkok und Dubai nach Sydney. Nach über 30 Stunden Reisezeit konnten wir endlich australische Luft schnuppern. Die erste Woche verbrachten wir in einem Hostel in Kings Cross. Meist zu Fuß erkundeten wir nun die Weltstadt: Wanderung durch Potts Point und Kings Cross; Sydney Opera House, Harbour Bridge, The Rocks, Hafenrundfahrt; Royal Botanic Garden und Tropical Centre, Vorstellung im Opera House und Snack an der Opera Bar; Darling Harbour, Powerhouse Museum, Chinatown, Sydney Aquarium; Australian Museum, Hard Rock Café; Blue Mountain Wandertour… Sydney hat wirklich so einiges zu bieten und wir wollten alles sehen! Mit zwei deutschen Mädels fuhren wir weiter die Ostküste entlang in Richtung Brisbane. Wir konnten nun die schönsten einsamen Strände genießen und unser Zelt aufschlagen, wo wir wollten, denn im australischen Winter gibt es kaum Einheimische, die sich bis zum “kalten“ Wasser wagen. Ein sehr aufregendes Erlebnis war die Suche nach verschollenen Verwandten von mir in Armidale. Bewaffnet mit nur drei kleinen Fotos und einem Namen begaben wir uns in die vermeintliche Siedlungsstadt meines Vorfahren und starteten unsere Ahnenforschung. Im “Heritage Center“, eine Art historischer Club, wurden wir schließlich in alten Wahlberichtsbögen und Telefonbüchern fündig. Nun hieß es nur noch hingehen. Wir landeten schließlich in einer kleinen Maschinenwerkstatt. Nachdem ich meine Geschichte erzählt hatte, gab es eine große Aufregung und auch Freude. Die zwei älteren Herren waren wirklich ergriffen. So schnell würden wir den Kontakt wohl nicht mehr verlieren. Unsere Reise führte uns aber vorerst weiter nach Brisbane. Hier versuchten wir unser Glück bei der Wohnungs- und Jobsuche, doch hier gab es ungeahnte Hindernisse, die in keinem Backpacker- Magazin auftauchen. Wir kauften uns schließlich einen zwanzig Jahre alten Toyota Van, um Australien auf den eigenen vier Rädern zu erkunden. Ausgerüstet mit Futonbett und Campingzubehör ging es die Ostküste entlang weiter. Wie kompliziert es sein kann, ein Auto zuzulassen, davon hatte aber auch noch keiner was erzählt… Nachdem aber auch das geklärt war, ließen wir uns die Freude über den Wildparkbesuch nicht nehmen und auch Brisbane vom Mount Coot-tha ist sehr hübsch. Die Glass House Mountains sehen in der Dämmerung einfach fantastisch aus, auf die Goldgräberstadt Gympie kann man aber guten Gewissens verzichten. Nachdem wir nun jeden Tag Kultur pur erlebt und jede Nacht an einem anderen Ort geschlafen haben, gönnten wir uns eine Woche Badeurlaub in Hervey Bay, direkt gegenüber von Fraser Island. Der Parkplatz vom Jachthafen ist ideal für Wildcamper *grins* und auch den langen Steg ins Meer sollte man kurz nach Sonnenaufgang einmal betreten. Noch nie war angeln so aufregend! Nachdem wir in Bundaberg eine Führung durch die Rumdestillerie unternommen hatten, versuchten wir uns mit Freunden als Farmarbeiter. Doch auch hier war das Glück nicht gerade auf unserer Seite. Schlechte Witterungsbedingungen hatten die Erntephasen völlig durcheinander gebracht, sodass so gut wie keine Arbeit vorhanden war, und wenn, dann nur über mysteriöse Geschäftsbeziehungen mit den Hostelbesitzern. Martin und ich setzten deshalb unsere Kulturreise fort und erkundeten Gladstones Botanischen Garten mit Seilparcours, Rockhamptons Open Air Programm und die Krokodil-Zuchtstation, sowie Mackays historischen Stadtkern. In Airlie Beach gingen wir an Bord eines Sportsegelbootes und hatten drei wunderschöne Tage beim Schnorcheln und Tauchen um die Whitsunday Islands. Die Plantagenstädte Bowen und Ayr empfanden wir als eher trostlos, dafür hatte Townsville doch so einiges zu bieten: lange Sandstrände, gepflegte Parkanlagen und auch viele nette kleine Pubs und Cafés. Mit der Fähre ist man in zwanzig Minuten auf Magnetic Island, einer kleinen Insel mit vielen einsamen Stränden und Rockwallabies zum Füttern. Am meisten Spaß macht die Erkundung mit den Strandautos, den Mokes, aber natürlich kann man auch Wandertouren durch den Nationalpark unternehmen oder einfach nur entspannen. Nördlich von Townsville bekamen die vielen Wasserfälle und Bergsehen im tropischen Regenwald unsere volle Aufmerksamkeit. Ein Ausblick von den Bergen bis zum Meer hin ist die mühselige Fahrt nach oben wert! Wunderschön sind auch die Atherton Tablelands mit dem spanischen Schloss “Paronella Park“ mitten im Regenwald und dem wohl bekanntesten Wasserfall “Millaa Millaa“. Cairns ist die Touristenmetropole der Ostküste schlechthin, aber wenn man einmal von den unzähligen Reiseagenturen absieht, strahlen die vielen Cafés und Restaurants einen herrlichen Charme aus. Ein Besuch im Casino ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert, denn wahrscheinlich kommt man sonst so gut wie nie zum Anblick so vieler 100Au$-Scheine! Da das Great Barrier Reef hier quasi vor der Tür liegt, entschlossen wir uns für eine Tages-Schnorchel-Tour, um noch einmal die bunten Fischchen an den Korallen knabbern zu hören. Der Tagesausflug nach Port Douglas war auch ein voller Erfolg: ein so idyllisch gelegenes Örtchen findet man selten und auch die langen Sandstrände sind einfach wunderbar! Natürlich hat das auch der reichere Teil der Bevölkerung schnell bemerkt und man kann hier überall Luxushotels und Villen bewundern, unzählige Galerien und Kunstateliers lassen wahrscheinlich auch so manches Herz höher schlagen… Von Cairns aus sollte unsere Reise nun weiter in Richtung Darwin gehen. Aber wie sollte es anders sein, es waren Schulferien und alle Flüge waren nun mindestens doppelt so teuer. Unseren klapprigen Bus verkauften wir lieber und nahmen ein Mietwagenschnäppchen an, der Haken: das Auto sollte nach Melbourne. Also fuhren wir den Bruce Highway zurück nach Süden und besuchten meine australischen Verwandten, diesmal ausgiebig und mit Vorankündigung. Herzlichst wurden wir emfangen und die alte Familiengeschichte aufgearbeitet. Es ist ein wirklich wunderbares Gefühl, wenn man weiß, dass dort am anderen Ende der Welt noch ein ganz lieber Teil deiner Familie wohnt, bei denen du immer herzlich Willkommen bist! Unser Reiseziel war aber noch längst nicht erreicht, schließlich wollte noch die Südküste entdeckt werden! So besuchten wir das Parliament House und den Telstra Tower in Canberra, probierten Käse in der Käsefabrik Bega, hielten nach Walen Ausschau in Eden und waren wahnsinnig fasziniert vom Umland der Great Ocean Road: auf der einen Seite schmetterten die riesigen Wellen unaufhörlich gegen die Felswände des Festlandes, auf der anderen Seite der Straße mampften kleine dicke Schafe das saftige Gras der kräftiggrünen Wiesen, ohne sich auch nur in irgendeiner Weise von ihrem Tun ablenken zu lassen! Bei jedem Aussichtspunkt mussten wir anhalten und immer wieder war ich beeindruckt von der Schönheit dieses Landstriches. In Adelaide wurde diese Faszination nicht getrübt, denn die Stadt war ebenfalls so grün und gepflegt, gleichzeitig aber modern und von kulturhistorischem Wert. Unzählige Museen konnte man hier besichtigen, aber auch Haigh’s Chocolate Factory. Die Einkaufsstraße war mindestens genauso interessant wie die alten Universitätsgebäude und auch das Nachtleben hält viele Überraschungen bereit. In Melbourne liefen wir die gesamte Formel 1 Rennstrecke ab und bestaunten die Boxengasse, der gesamte Albert Park ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich und ein wahres Zentrum für Freizeitsportler! Für das große Grand Prix Rennen auf Phillip Island hatten wir Karten und wir stürmten mit all den Zuschauern über die Absperrung, um mit Rossi den Sieg zu feiern! Abends konnten wir noch die Pinguine von der Penguin Parade beobachten. Nachdem wir Melbourne City erkundet hatten, gaben wir unseren Mietwagen ab und flogen zurück zu unserer Lieblingsstadt Sydney. Hier ließen wir die letzten Tage unseres dreimonatigen Urlaubs ausklingen. Ein Zwischenstop in Dubai mit Stadtrundfahrt, Museum und Abendflussfahrt machte den langen Rückflug etwas angenehmer, doch wir waren sehr froh, als wir endlich wieder deutschen Boden unter den Füßen hatten.
Martin und ich hatten einen wunderschönen Urlaub in Australien und wir sind eigentlich sehr stolz auf uns, dass wir alle Probleme, auf die dich vorher keiner hinweist, so gut bewältigt haben, gerade weil doch alles auf Englisch abläuft. Wir machten so viele Erfahrungen, weil wir eben nicht nur am Strand lagen und haben Erinnerungen, die wir bestimmt nicht so schnell vergessen werden. Auf jeden Fall haben wir so viele schöne Häuschen und Grundstücke gesehen, für die es sich lohnt die nächsten Jahre ein wenig mehr zu tun *grins.